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Tobias Geuther
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01.04.2007
Wie wir aus verschiedenen Quellen erfahren haben, gab es zur diesjährigen Umstellung von Normalzeit auf Sommerzeit massive technische Probleme. Somit ist nicht verwunderlich, dass einige Funkuhrbesitzer im vollen Vertrauen auf die korrekte Uhrzeit am vergangenen Montag zu spät zur Arbeit kamen.
Wie das connectline-Team ermitteln konnte, kam es durch eine erhöhte Anzahl von Zeitabfragen offenbar zu DoS-ähnlichen-Symptomen am Mainflinger DCF-Sender der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig. Diese sendet seit 1973 die korrekten Zeitinformationen (Jahr, Monat, Tag, Stunden, Minuten) in digitaler Form über eine Langwellenfrequenz.
Da die kompletten Informationen jeweils einmal pro Minute korrekt übertragen werden müssen, können schon geringe Verzögerungen zu vollständigen Informationsverlusten führen. Im Frühjahr 2007 kam es erstmals zu einer Überlastung bei der Übertragung der Datenpakete. Offenbar gab es zu viele Anfragen von Funkuhren, weshalb nicht mehr alle notwendigen Zeitinformationen innerhalb einer Minute empfangen werden konnten.
Dieses Phänomen kennt man von Angriffen auf Internet-Services. Man nennt es "Denial of Service" (kurz DoS). Offenbar sind zu Weihnachten 2006 viele billige Funkwecker aus China über die deutschen Ladentische gegangen, die sich nicht wie deutschen Funkuhren mit einer täglichen Synchronisation der Uhrzeit begnügen. Der Grund hierfür dürften extrem ungenau arbeitende Uhrwerke sein, die eine ständige Aktualisierung der Uhrzeit bedürfen.
Eine Anfrage bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt führte nur zu der lapidaren Aussage, dass der Abstand zwischen den Abfrageintervalle nicht genormt sei. Da man einen direkten Zusammenhang mit der Anzahl der in Deutschland verwendeten Uhren erkennen könne, sei an dieser Stelle der Gesetzgeber gefragt. Er müsse mit geeigneten Verfahren sicherstellen, dass die jährliche Einfuhr solcher Uhren nicht größer sei, als die Anzahl der Funkuhren, die jedes Jahr in Deutschland kaputt gingen. Es darf allerdings bezweifelt werden, ob ein Einfuhrlimit ein erneutes Desaster verhindern wird. So ist es denkbar, dass dieses Jahr auch indirekt die CeBit für die Probleme verantwortlich ist. Schließlich fiel der Termin der Zeitumstellung genau in deren Zeitraum und ein Großteil der Aussteller und Besucher dürfte Funkuhren am Arm tragen, bzw. im Hotel stehen haben. Ein Einfuhrlimit würde also für solche Fälle nicht greifen!
Wir sind der Meinung, dass da wieder einmal der Amtsschimmel in Deutschland wiehert und fordern die Politiker auf, nach alternativen Lösungen zu suchen. Denkbar wäre die komplette Umstellung vom Langwellenfunk auf Mikrowelle. Schließlich haben mikrowellenbasierende Satelitten-Funksysteme (GPS) ihre Massentauglichkeit weltweit bereits unter Beweis gestellt (Navigationssystem, Militärische Nutzung). Immerhin droht eine der deutschen Tugenden für immer auszusterben - die Pünktlichkeit!
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Funkuhr
Foto: www.photocase.de
